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NEUGEBORENE

Muttermilch ist in den ersten vier bis sechs Monaten die ideale Nahrung für den Säugling
Frühes Anlegen des Neugeborenen an die Mutterbrust möglichst bald nach der Geburt und danach immer dann, wenn das Kind hungrig ist, fördert die Milchsekretion. Zur Anregung der Milchsekretion wird das Neugeborene jeweils an beide Brüste (max. 10 Minuten) angelegt
Die Sekretion von Muttermilch beginnt unter Normalbedingungen zwischen dem zweiten und vierten Tag nach der Geburt und nimmt stetig zu. Das Trinkvolumen erreicht jenseits des achten bis zehnten Lebenstages ein Sechstel bis ein Fünftel des Körpergewichts. Danach ist die physiologische Gewichtsabnahme von max. 10% des Geburtsgewichts ausgeglichen. Die zugeführte Muttermilchmenge gilt als ausreichend, wenn die tägliche Gewichtszunahme ca. 20 bis 30 g beträgt. Im Mittel nehmen Säuglinge 750 ml Muttermilch pro Tag auf. Bei unzureichender Gewichtszunahme ist eine Stillprobe angezeigt. Dabei wird durch Wägung vor und nach dem Stillen über einen Zeitraum von 24 Stunden die getrunkene Milchmenge bestimmt
Neugeborene sollen zusätzlich zur Muttermilch weder Flüssigkeiten noch sonstige Nahrung erhalten, wenn dies nicht aus gesundheitlichen Gründen angezeigt ist.
Bei ungenügender Milchsekretion, stärkeren Flüssigkeitsverlusten und unzureichenden Energiereserven des Neugeborenen kann Maltodextrin- (10-25%) oder Glukoselösung (5-10%) angeboten werden
Wenn die Milchmenge auch nach etwa 72 Stunden unzureichend ist, d.h., wenn die Gewichtsabnahme des Neugeborenen nach 72 Stunden mehr als 5% des Körpergewichts überschritten hat und weiter fallende Tendenz zeigt, empfiehlt sich die zusätzliche Zufuhr von Säuglingsanfangsnahrungen bis zum vollen Stillen. Nicht gestillte Neugeborene ohne erkennbares Allergierisiko erhalten eine industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung. Nicht gestillte Neugeborene mit erkennbarem Allergierisiko erhalten eine antigenreduzierte Säuglingsanfangsnahrung auf der Basis eines Eiweißhydrolysates.

STILLEN UND FLASCHENERNÄHRUNG
Säuglinge werden idealerweise bis zum vollendeten vierten bis sechsten Monat voll gestillt. Die ausschließliche Ernährung mit Muttermilch bis zum sechsten Lebensmonat wird insbesondere bei familiärer Neigung zu allergischen Erkrankungen empfohlen
Nicht gestillte Säuglinge erhalten industriell hergestellte Säuglingsflaschennahrungen. Deren Zusammensetzung wird durch eine Richtlinie der EU geregelt
Wenn Säuglingsanfangsnahrungen in Deutschland die Silbe "Pre" in der Bezeichnung tragen, dann enthalten sie als einziges Kohlenhydrat Laktose und eignen sich zur Ad-libitum-Fütterung
Wenn Säuglingsanfangsnahrungen die Ziffer "1" in der Bezeichnung tragen, dann enthalten sie als zweites Kohlenhydrat Stärkezusätze und ggf. weitere Kohlenhydrate, z.B. Maltodextrin oder Saccharose. Saccharosehaltige Säuglingsnahrungen können bei Säuglingen mit hereditärer Fruktoseintoleranz zu schweren Leberschäden führen
Folgenahrungen sind für die Ernährung nach dem vollendeten vierten Lebensmonat (ab 5. Monat) konzipiert. Sie unterscheiden sich von den Säuglingsanfangsnahrungen ("Pre" oder Ziffer "1", s.o.) durch den geringeren Grad der Anpassung an die Zusammensetzung der Muttermilch. Die weitere Ernährung kann nach dem vierten Monat bis zum Ende der Säuglingszeit jedoch auch mit den oben genannten Säuglingsanfangsnahrungen erfolgen
Die Selbstherstellung von Säuglingsnahrungen ist unter den heutigen Bedingungen nicht mehr empfehlenswert. Bei Bedarf kann ein geeignetes Rezept für die Herstellung von Säuglingsnahrungen im Haushalt einer vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund erarbeiteten Broschüre entnommen werden ("Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen"; Bezug: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Postfach 93 02 01, 60457 Frankfurt/Main, Tel. 0 69/97 68 03 20)
Jede Art von Zucker in Flaschennahrungen, aber auch in Muttermilch, kann die Entstehung von Karies begünstigen, besonders wenn die Zähne lange benetzt werden. Säuglinge sollten deshalb mit Mahlzeiten ernährt werden und zwischendurch möglichst keine Nahrungsmittel erhalten. Sie sollten von der Flasche entwöhnt werden, sobald sie aus der Tasse trinken können. Dies erreichen die meisten Kinder im Alter von einem Jahr

BEIKOST
Die industriell produzierten Säuglingsflaschennahrungen enthalten eine ausgewogene Zusammensetzung an Nährstoffen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, die ein ungestörtes Gedeihen des Säuglings ermöglichen. Eine Zufütterung von Obstsäften und Karottenpüree ist daher innerhalb der ersten vier Monate nicht erforderlich
Im Ernährungsplan des ersten Lebensjahres sind ab fünften Monat ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, ab sechsten Monat ein Vollmilch-Getreide-Brei und ab siebenten Monat ein Getreide-Obst-Brei - jeweils im Austausch gegen eine Muttermilch- oder Flaschenmahl-zeit - vorgesehen. Industriell hergestellte Beikost ist besonders arm an Rückständen und wird in gleichbleibender Qualität produziert. Aber auch die Selbstherstellung von Beikost aus üblichen Lebensmitteln ist möglich und hinreichend sicher
Ab dem zehnten Lebensmonat wird die Ernährung stufenweise auf die Familienkost umgestellt
Bei allergiegefährdeten Säuglingen sollte Beikost frühestens ab dem 6. Monat verabreicht werden. Hierbei sind vorzugsweise Nahrungsmittel mit geringer Allergenität wie Kalb-, Rind- und Hühnerfleisch, Reis, Kartoffeln, Karotten, Äpfel und Spinat schrittweise einzuführen. Zubereitungen aus Kuhmilch, Eiern, Fisch, Schweinefleisch, Soja, Schokolade, Weizenmehl und Zitrusfrüchten sind zu meiden.